Neugestaltung des Bahnhofsareals
Das Gmunder Bahnhofsareal soll neugestaltet und "geordnet" werden. Ziele sind, die Bahnhofsumgebung aufzuwerten und ansprechender zu gestalten sowie das Gelände für die Erfordernisse des zunehmenden ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) auszubauen.
In der Gemeinderatssitzung im Januar 2026 wurde nun die konkrete Umgestaltung beschlossen.
Auf der Westseite des Bahnhofsareals entsteht ein Zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) mit fünf Bushalteplätzen im „Sägezahnprinzip“ (siehe Plan, unten als PDF verlinkt) Die Zufahrt durch die Busse ist als Einbahnlösung geregelt. Für die Fahrgäste sind mehrere kleine Buswartehäuschen geplant. Auch 22 Parkplätze sollen entlang des ZOBs und der Wiesseer Straße gebaut werden sowie im Westen einige überdachte Fahrradparkplätze.
Im östlichen Bereich des Bahnhofsareals sollen im zweiten Schritt ein Platz zum Verweilen mit Bänken sowie E-Lade-Parklätze für Pkw und Fahrräder entstehen.
Details finden Sie im folgenden Plan:
- (PDF-Datei: PDF, 1.5 MB)
Änderungen der ursprünglichen Planung
Die Planung musste aufgrund verschiedener Gegebenheiten noch einmal angepasst bzw. geändert werden. So hat sich vor allem die Fläche, die für den ZOB zur Verfügung steht, deutlich verschmälert.
Da die Bahnstrecke nun elektrifiziert werden soll und deshalb Masten für die Oberleitungen errichtet werden müssen, ist ein größerer Sicherheitsabstand zu den Gleisen nötig. Statt der bisherigen 3 m zur Gleismitte sind es jetzt 4,50 m.
Zudem wird nun – aufgrund ansonsten bestehender Sicherheitsrisiken, die von der UKO, bestehend aus Polizei, Straßenverkehrsbehörde im LRA und dem Staatlichen Bauamt Rosenheim aufgezeigt wurden – die Wiesseer Straße, anders als ursprünglich vorhergesehen, mit einem Gehweg (Breite 2,10 m) und einem zusätzlichen Radweg (Breite 1,50 m) voll ausgebaut. Dadurch verschmälert sich im südlichen Bereich auf Höhe des geplanten ZOBs die zur Verfügung stehende Fläche zusätzlich.
Der Bahnhof Gmund
Der Bahnhof Gmund ist ein zentraler, seit vielen Jahren gewachsener und etablierter Knotenpunkt bzw. Drehkreuz für alle Verbindungen aus und in das Tegernseer Tal:
- Nord-Süd-Achse: die von Norden bzw. Süden kommenden Busverbindungen bündeln und gabeln sich dort für die Richtungen östlich und westlich um den Tegernsee bzw. um das Tal nach Westen, Norden und Osten zu verlassen
- Ost-West-Achse: Der für Dezember 2025 vorgesehene Alpenbus (eine seit vielen Jahren geplante landkreisübergreifende ÖPNV-Verbindung) sammelt dort die Fahrgäste von anderen Linien, um sie weiter nach Osten oder Westen mitzunehmen
Vorteile der Neugestaltung für die Bürgerinnen und Bürger
- eine zeitgemäße Anschlussmobilität und ein moderner ÖPNV-Knoten; mit sicheren, gut organisierten Omnisbushaltestellen und einen Bahnhofsplatz mit hoher Aufenthaltsqualität.
- die kurze Strecke beim Umstieg von Bus zu Bahn prädestiniert den Bahnhof Gmund dazu, durch eine zeitgemäße Ausstattung und Gestaltung die Mobilitätswende und den Komfort für den Fahrgast im Landkreis Miesbach voranzutreiben
- in die Zukunft gedacht, könnte der erfolgende Ausbau des Bahnhofs Gmund in weiteren Schritten auch Platz für die Errichtung weiterer Mobilitätsformen vorsehen: Car- bzw. Bike-Sharing, ODM-/Flex-Busse und möglicher weiterer erst noch in Entwicklung befindlicher öffentlicher Verkehrsmittel (z. B. autonome Busse)
Projekthistorie
Im Folgenden finden Sie die Projekthistorie zur Neugestaltung des Bahnhofsareals. Die dort erwähnten Maßnahmen und Entscheidungen sind jedoch in großen Teilen nicht mehr aktuell.
2019 wurden im Rahmen einer großen Ideenwerkstatt mit den Gmunder Bürgerinnen und Bürgern Ziele und Ideen für die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds erarbeitet.
Daraus wurde ein Städtebaulicher Rahmenplan erstellt und zwischenzeitlich fortgeschrieben.
Daraus waren zunächst folgende Maßnahmen geplant, die jedoch zwischenzeitlich angepasst und teils verworfen werden mussten (aktueller Stand, siehe ganz oben):
- Westlich des Bahnhofsgebäudes soll ein neuer überdachter Busbahnhof (Zentraler Omnibusbahnhof, ZOB) entstehen, der genügend Platz für die Fahrgäste und die immer mehr werdenden Bussen bietet.
- Westlich vom ZOB werden neue „Park & Ride“-Parkplätze mit E-Ladesäulen und überdachte Fahrradstellplätze mit einer Service-Station entstehen.
- Östlich des Bahnhofsgebäudes ist ein neuer Bahnhofsplatz mit Aufenthaltsqualität geplant, der zum Verweilen einlädt.
- Ganz im Osten sollen Stellplätze situiert werden, die vor allem den benachbarten Geschäften als Kurzzeitparkplätze dienen sollen.
- Die Wiesseer Straße soll durch Maßnahmen wie Baumbepflanzungen, das Verlegen eines neuen Pflasters und die Errichtung einer Querungshilfe auf Höhe des Bahnhofsplatzes aufgewertet werden.
- Insgesamt soll ein neues, ansprechendes „Eingangstor“ von Westen her in den Ortsteil Gmund entstehen.
Ideenwerkstatt
- (PDF-Datei: PDF, 14.2 MB)
Städtebaulicher Rahmenplan - nicht mehr aktuell
Der erste Entwurf zum Rahmenplan am Bahnhofsareal wurde der Bevölkerung in einer Informationsveranstaltung am 27.09.2018 im Neureuther Saal vorgestellt.
Nach vielen Diskussionen hat der Gemeinderat in der Sitzung am 19.05.2020 den städtebauliche Rahmenplan zum Bahnhofsareal und zur Wiesseer Straße gebilligt und beschlossen.
Zwischenzeitlich wurde die weitere Entscheidung getroffen, dass keine Tiefgarage errichtet werden soll. Es fanden zusätzliche Gespräche mit der Tegernsee Bahn (Abstände zum Gleis, Elektrifizierung usw.) und dem Straßenbauamt (Fahrrad-schutzstreifen, Einmündungen usw.) statt. Hierbei haben sich einige Änderungen, Ergänzungen und Detaillierungen ergeben. Diese wurden im Plan eingearbeitet.
Das Planungsbüro stellte in der Gemeinderatssitzung am 15.03.2022 die überarbeitete Planung vor und geht nochmals ausführlich auf die einzelnen Abschnitte ein.
Zusätzlich wurde auch eine vertiefte Kostenschätzung vorgelegt. Demnach wird derzeit von rund 3,9 Mio. € für die Gesamtbaumaßnahme ausgegangen.
Auf die ausführliche Präsentation zur Sitzung sowie dem Städtebaulichen Rahmenplan, Stand 10.01.2022, wird verwiesen.
Zentraler Omnibusbahnhof, ZOB - Planung nicht mehr aktuell
Die Vorentwürfe sahen ein Flachdach (langgestreckt oder aufgeteilt in einzelne Elemente) vor. Dabei flossen architektonische Besonderheiten wie Verspiegelung und ein Relief des umgedrehten örtlichen Bergpanorama mit ein.
Erste Entwürfe ZOB-Überdachung - Präsentation des Architekten (28.09.2021)
Da die ersten Vorentwürfe den Gemeinderat vor allem auch hinsichtlich der Materialwahl nicht überzeugten, wurden weitere Vorschläge erarbeitet. Hierbei legte sich nun der Fokus auf ein langestrecktes Flachdach aus Holz, bzw. verkleidet mit Holz oder mit einer Rautenuntersicht aus Holz. Gleichzeitig wurden auch unterschiedliche Stützen mit präsentiert.
Zusätzlich wurde auch eine regionaltypische Überdachung mit einem Satteldach dargestellt.
Präsentation des Architekten (18.01.2022)
Die Entwürfe hatten alle gemeinsam, dass Sie auf eine (Durchfahrts)Höhe von 4,70 m geplant waren. Um sich die Dimensionen der geplanten Überdachung besser vorstellen zu können, wurde am 24.02.2022 eine Ortsbesichtigung mit einem Teil-Schaugerüst durchgeführt.
Als Ergebnis dieser Besichtigung wurden neue Planungen mit einem Satteldach und einer geringeren Höhe in Auftrag gegeben, welche in der Gemeinderatssitzung am 15.03.2022 behandelt wurden.
Bilder Kleinteilige Überdachung mit Satteldach
Darauf entschied sich der Gemeinderat, dass kein langestrecktes Flachdach errichtet werden soll. Die ZOB-überdachung soll als Satteldach mit einer maximalen Traufhöhe von 3,50 m geplant werden. Dabei sind eine Mehrgliedrigkeit des Baukörpers und ein funktionaler Witterungsschutz mit zu prüfen.